{"id":348,"date":"2017-12-20T08:14:32","date_gmt":"2017-12-20T07:14:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zootieraerzte.de\/?page_id=348"},"modified":"2021-06-22T20:47:43","modified_gmt":"2021-06-22T19:47:43","slug":"zootiermedizin","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.zootieraerzte.de\/?page_id=348","title":{"rendered":"Zoo- und Wildtiermedizin."},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Zootiermedizin ist ein vielf\u00e4ltiges Aufgabengebiet.<\/strong><\/p>\n<hr>\n<p>Zoos sind verpflichtet, daf\u00fcr zu sorgen, dass die Pflege ihrer Tiere auf der Grundlage eines dem Stand der guten tiermedizinischen Praxis entsprechenden Programms zur Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten sowie zur Ern\u00e4hrung erfolgt. Somit ist eine tier\u00e4rztliche Betreuung f\u00fcr den Betrieb eines Zoos unerl\u00e4sslich. Diese umfasst oftmals eine gro\u00dfe Zahl verschiedener Tierarten und -individuen, darunter S\u00e4ugetiere, V\u00f6gel, Reptilien, Amphibien, Fische und Wirbellose. Die Gesundheit der Zootiere zu gew\u00e4hrleisten und aufrecht zu erhalten, stellt eine der wichtigsten Bem\u00fchungen der Zoomitarbeiter\/-innen dar. Die Vorbeugung von Krankheiten beinhaltet dabei viele Faktoren der Tierhaltung, der Ern\u00e4hrung, der medizinischen Prophylaxe sowie der Hygiene. Die art- und tiergerecht angepasste Zootierhaltung stellt als Grundlage f\u00fcr Gesundheit und Wohlbefinden einen besonders wichtigen Faktor dar, und ist Gegenstand kontinuierlicher Entwicklung. Optimale F\u00fctterung einschlie\u00dflich ad\u00e4quater Versorgung mit Mineralstoffen und Vitaminen ist essenziell f\u00fcr die Erhaltung eines abwehrstarken Organismus sowie einer gesunden Fortpflanzung. Als tiermedizinische Aspekte seien beispielhaft Impfungen sowie \u00dcberwachung und Prophylaxe parasit\u00e4rer Erkrankungen genannt. &nbsp;Neu in den Bestand aufgenommene Tiere erfahren eine Eingangsuntersuchung und durchlaufen eine Quarant\u00e4nezeit, &nbsp;damit eine Einschleppung von Krankheitserregern in den Zoo verhindert wird.<\/p>\n<p>Bei den oftmals gro\u00dfen Tierzahlen von mehreren Tausend Individuen k\u00f6nnen sich diverse &nbsp;tierartspezifische &nbsp;Erkrankungen entwickeln. In jedem Krankheitsfall, handele es sich um eine Verletzung, Infektion, Stoffwechselst\u00f6rung oder auch Alterserscheinung, m\u00fcssen individuelle Behandlungsstrategien gefunden werden. Hierbei sind tiermedizinisches Fachwissen und Erfahrung in der Zootiermedizin essenziell. Im Gegensatz zu den meisten Haustieren kaschieren Wildtiere ihre Erkrankungen oftmals sehr lange, um m\u00f6glichst unauff\u00e4llig zu bleiben. Weiterhin tolerieren sie den direkten Kontakt mit Menschen oft schlecht und nehmen den Untersucher als Bedrohung wahr. Einige Tierarten sind zudem sehr gef\u00e4hrlich. So k\u00f6nnen Diagnostik und Behandlungen nur unter erschwerten Bedingungen oder sogar Vollnarkose stattfinden. Hier stellt ein medizinisches Training der Tiere eine gro\u00dfe Erleichterung und Bereicherung dar \u2013 f\u00fcr Zootier und Mensch! Es lassen sich viele Zootiere f\u00fcr freiwillige Gewichtskontrollen, Untersuchungen der Maulh\u00f6hle, Ultraschall und R\u00f6ntgenaufnahmen oder sogar Blutentnahmen trainieren. Neben dem Vorteil einer anspruchsvollen Besch\u00e4ftigung der Tiere hat dies risikoarme und schonende Behandlungen zur Folge.<\/p>\n<p>In wissenschaftlich gef\u00fchrten Zoos sind viele Tierarten Bestandteil von Erhaltungszuchtprogrammen. Um diese zoo\u00fcbergreifend gestalten zu k\u00f6nnen, stehen h\u00e4ufig Transporte von Zootieren zu oder von anderen Zoos an. Einige Tierarten kommen auch f\u00fcr eine Auswilderung im Freiland in Frage. Zur Vorbereitung von Transporten geh\u00f6rt in den meisten F\u00e4llen die Untersuchung auf spezielle Krankheitserreger oder eine allgemeine Gesundheitskontrolle. In besonderen F\u00e4llen werden Tiertransporte auch tier\u00e4rztlich begleitet.<\/p>\n<p>Nicht nur Zootiere profitieren von der tier\u00e4rztlichen Expertise, sondern oftmals auch heimische oder exotische Wildtiere. So sind Zoos f\u00fcr viele B\u00fcrger der erste Ansprechpartner, wenn es um Hinweise zur Erstversorgung, F\u00fctterung und auch Auswilderung verletzter Wildtiere geht. Manche Zoos betreiben sogar eine eigene Wildtierauffangstation. Bei der Beschlagnahmung illegal eingef\u00fchrter Wildtiere aus dem Ausland sind Zootier\u00e4rzte\/-innen und Zoologen\/-innen oftmals gefragte Helfer der Zollbeh\u00f6rden. Zu guter Letzt nehmen Feuerwehr und Polizei beim Umgang mit oder Fangen von potentiell gef\u00e4hrlichen Tieren ebenfalls tier\u00e4rztliche Hilfe in Anspruch, beispielsweise um Tiere aus der Distanz zu immobilisieren.<\/p>\n<p>Im Rahmen rechtlicher oder seuchenhygienischer Fragestellungen findet eine enge Zusammenarbeit mit den zust\u00e4ndigen Veterin\u00e4rbeh\u00f6rden statt. So waren und sind Tier\u00e4rzte\/-innen beispielsweise im Rahmen der europaweit grassierenden Vogelgrippe stark in vorbeugende Ma\u00dfnahmen involviert. Hierzu geh\u00f6rt die Planung, Einrichtung und Kontrolle der Quarant\u00e4ne- und Seucheneinrichtungen ebenso wie die Durchf\u00fchrung umfangreicher Beprobungen der Vogelbest\u00e4nde.<\/p>\n<p>Die pathologische Untersuchung aller im Zoo verstorbenen Tiere gibt Aufschluss \u00fcber Krankheitsursachen und eventuell vorhandene Seuchenerreger. So gewonnene Informationen helfen, das Wissen zu erweitern und zuk\u00fcnftige F\u00e4lle zu verhindern, fr\u00fcher zu erkennen, oder gezielter behandeln zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>In vielen Zoos kommen weitere, nicht direkt tiermedizinische Aufgabenfelder hinzu. Diese k\u00f6nnen z. B. Mitarbeit bei der Planung und Gestaltung von Tieranlagen, kuratorische T\u00e4tigkeit f\u00fcr einen Teil des Tierbestandes, F\u00fchren des Zuchtbuchs f\u00fcr eine Tierart oder Ausbildung angehender Tierpfleger\/-innen umfassen. Auch an den Edukationsangeboten eines Zoos, wie Zoof\u00fchrungen, Seminaren, Vortr\u00e4gen oder der inhaltlichen Gestaltung von Beschilderungen und anderen Informationsmaterialien sind Zootier\u00e4rzte\/-innen beteiligt. Im Rahmen von Presseanfragen nehmen sie oftmals \u00f6ffentlich zu aktuellen Geschehnissen Stellung.<\/p>\n<p>Durch die Ver\u00f6ffentlichung wissenschaftlicher Studien in Form von Vortr\u00e4gen oder Artikeln in Fachzeitschriften sorgen Zootier\u00e4rzte\/-innen daf\u00fcr, &nbsp;das Wissen \u00fcber Physiologie, Krankheiten und Behandlung von Zoo- und Wildtieren zu vermehren und zu verbreiten. Es werden dar\u00fcber hinaus tiermedizinische Doktoranden und Tiermedizinstudenten im Praktikum betreut. Im Rahmen nationaler und internationaler Konferenzen finden regelm\u00e4\u00dfige Fortbildung sowie fachlicher Austausch mit Kollegen statt. Im Fachgebiet Zoo- und Wildtiermedizin sind zudem Spezialisierungen im Rahmen von nationalen und internationalen &nbsp;Fachtierarzttiteln m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Nicht zuletzt haben Zootier\u00e4rztinnen und Zootier\u00e4rzte aufgrund ihrer Profession und Ausbildung in ihren Institutionen eine Schl\u00fcsselrolle bei der Umsetzung der Tierschutzgesetzgebung. So haben sie das Wohlbefinden der Tiere im Fokus, welches \u00fcber die reine Abwesenheit von Krankheit hinausgeht.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.zootieraerzte.de\/?page_id=11\">Zootiermedizin f\u00fcr den Artenschutz<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Zootiermedizin ist ein vielf\u00e4ltiges Aufgabengebiet. Zoos sind verpflichtet, daf\u00fcr zu sorgen, dass die Pflege ihrer Tiere auf der Grundlage eines dem Stand der guten tiermedizinischen Praxis entsprechenden Programms zur Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten sowie zur Ern\u00e4hrung erfolgt. 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